Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 02.12.2020
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O Gott, Du gabst der Welt

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1. O Gott, Du gabst der Welt,
im Anfang Licht und Leben.
Nun hast Du die Natur
mir als ein Buch gegeben,
drin viel zu lesen ist
von Deiner großen Pracht,
von Deiner weisen Huld,
von Deiner Wundermacht.

2. O ew´ge Majestät!
Vor Dir will ich mich beugen.
Vor Deiner Herrlichkeit
seh´ ich die Himmel zeugen;
ich seh´ die Sonne stehn,
sie spiegelt sich im Meer;
ich schau die Wolken an,
den Mond das Sternenheer.

3. Die Luft, das Firmament
schufst Du aus Finsternissen;
es träuft, sobald Du willst,
von milden Regengüssen;
und wenn Dein Zorn ihm ruft,
so blitzt und donnert weit
der Wetter Sturm und Nacht,
Du Gott der Herrlichkeit!

4. Die Weisheit und die Kunst,
die Ordnung das Regieren,
kann man auf jedem Blatt,
an jedem Steine spüren.
Die Mannichfaltigkeit,
die doch zusammen stimmt,
die macht, dass Aug und Herz
in Wunderfreude schwimmt.

5. Die Weisheit bet´ ich an,
die Macht rührt mein Gemüte.
Doch ist's noch nicht genug:
Ich seh´ des Schöpfers Güte!
Denn kein Geschöpf ist da,
dem er nicht Gutes tut;
ja was Er macht und will,
ist alles köstlich gut.

6. O Gott! Wie wohl wird mir,
zu Dir hinauf zu sehen,
hoch über alles weg,
vor Deinem Thron zu flehen!
Doch trübt die Sündenschuld
mein armes Menschenherz,
und findet keinen Trost
bei dem geheimen Schmerz.

7. Hier schweigt der Himmel still,
die Erde sagt nicht weiter;
das tiefe Meer verstummt,
die Sonne macht nicht heiter,
bis dass ein andres Buch
ich noch von oben her
zu meinem Trost empfang´,
und mich Dein Geist belehr´.

8. Das ist das heil´ge Buch,
darinnen steht geschrieben:
Das Wort, das alles schuf,
kam in die Welt mit Lieben,
voll Wahrheit, Gnad und Huld,
ward Mensch hier in der Zeit,
mein Leben, Licht und Trost,
gelobt in Ewigkeit!


(Lied, Autor: Unbekannt - Aus dem Liederschatz von Albert Knapp)