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christliche-gedichte.de - 12.06.2021
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Das Hohelied der Liebe. 1. Korinther 13

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Wenn ich mit Menschen-und mit Engelzungen redete, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönend Erz oder eine klingende Schelle....

1. Korinther 13, 1-13 (Luther 1912)


Wenn Menschensprache, gar die Sprach` der Engelwelt
ich spräche, - doch mir dabei die Liebe fehlt -
dann wär` ich wie ein Stückchen Eisenerz,
so wie ein Mensch wär` ohne Herz.
Ein Blechstück nur, das scheppernd schwingt,
und keinen wahren Ton zustande bringt.

Wenn ich wie ein Prophet, - den Visionären gleich
hier spräche über Welt, und Gottes Reich,
all Wissenschaftsgeheimnis mir bekannt,
als Mensch voll Glaubens gar benannt -
doch tät` ich ohne Liebe dies, dann taugt es nicht,
es wär` bedeutungslos in Gottes warmem Licht.

Wenn meinen Leib ich brennen ließe, doch ich wär`
getrieben nur von Pflicht und sonst ganz leer;
wenn meinen Besitz ich ganz den Armen hier
zu eigen gäbe, - ohne Lieb` - was nützt es mir?
Scheint es auch edel, mild, selbstlos zu sein,
bringt`s für die Ewigkeit mir keinen Nutzen ein.

Die Liebe, dies Geschenk, das Gott uns gibt,
weil er durch Jesus, seinen Sohn, die Menschen liebt,
sie ist geduldig, - wartet, - sie erträgt auch still,
sie zeigt sich milde, - ehrlich, - handelt wie Gott will;
sie ist voll Freundlichkeit, gewirkt vom Heil`gen Geist,
ist eine Tugend, die dem Herrn die Ehr` erweist.

Die Liebe neidet nicht, wenn es dem andern besser geht,
sie gönnt es ihm, sie freut sich und versteht,
dass Gott die Gaben unterschiedlich gibt.
So ist getrost wer weiß, dass Gott ihn innig liebt.
Die Liebe gibt nicht an, denn von Bescheidenheit
ist sie geprägt vom Herrn der Ewigkeit.

Wer liebt, der ist nicht taktlos, er harrt still,
er baut auf Gott und nimmt`s wie der es will.
Er fiebert nicht nach eignem Vorteil und er schaut,
wie Gott das Beste dem gibt, der ihm traut;
er braust nicht auf, wenn jemand ihn verletzt,
vergibt den Feinden, die ihn oft gehetzt.

Wenn jemand Unrecht leidet, mitleidet Liebe sehr,
wo Wahrheit herrscht, da freut Liebe sich noch mehr.
Ertragen hilft fürwahr sie alles wunderbar,
geht heilvoll vorwärts auch in der Gefahr.
Die Hoffnung gibt sie niemals auf, wirkt täglich neu,
hält duldsam alles aus, ist stark und treu.

Die Liebe ist unendlich, selbst wenn Prophetie aufhört,
und Zungenreden nicht mehr Gottes Namen ehrt,
so bleibt sie felsenfest bestehn in Ewigkeit.
Die Liebe kommt von Gottes Herrlichkeit.
Auch wenn Erkenntnis, einstmals wird vergehn,
die Liebe Gottes, unsres Herrn, bleibt stets bestehn.

Was wir jetzt wissen wird einst schwinden,
weil`s Stückwerk ist, kann es nicht Dauer finden.
Vergänglich ist`s. Doch EINES bleibt:
Die Liebe, das Geschenk von Gottes Herrlichkeit.
Wenn das Vollkommene dann herrschen wird,
hört Wissensstückwerk auf, und niemand irrt!

Als ich ein Kind war, sprach ich wie ein Kind,
war voll Kindesklugheit, wie Kinder eben sind.
Als ich erwachsen wurde, war`s damit vorbei,
ich sah vom Wissenswähnen mich nun frei.
Ich legte kindliches Gebaren ab, fand neu den Sinn,
dass ich zur Ehre Gottes hier auf Erden bin.

Noch sehen wir verschlüsselt, ein dunkles Spiegelbild,
bevor wir weilen werden froh im himmlischen Gefild.
Geheimnisvolle Bilder noch und manches ist nicht klar,
doch einst werd` ich`s erkennen, was verdüstert war.
Wenn ich den Herrn dereinst von Angesicht darf sehn,
dann werd` ich seine weisen Führungen verstehn.

Es bleiben schließlich Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei,
Gott lehrt mich, dass die Liebe die Größte unter ihnen sei.
Die Liebe kommt von Gott und seinem Sohn,
der für uns trug am Kreuz der Sünden Lohn.
Aus Liebe bahnt er uns den Weg in Gottes Reich,
oh Vater, nichts kommt deiner Liebe gleich!


(Gedicht, Autor: Heinrich Ardüser, 2012)


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