Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 12.06.2021
URL: www.christliche-gedichte.de?pg=11565

O meine Seel, du sollst den Herren preisen

zurück zum
Beitrag



Ein Psalm Davids. Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!...

Psalm 103 (Luther 1912)


1. O meine Seel, du sollst den Herren preisen,
was in mir ist, das muß ihm Ehr erweisen,
auf, auf, mein Herz, und mache dich bereit!
Vergiss ja nicht, vergiss nicht, mein Gemüte,
was dir der Herr für wunderbare Güte
erwiesen hat die ganze Lebenszeit.

2. Denn er hat dich von Sünden losgesprochen
und denkt nicht mehr, was du bisher verbrochen,
er machet dich von Schwachheit heil und rein.
Es hat der Herr dein Leben vom Verderben erlöst,
daß du nicht ewig müssest sterben,
dein Gott will dir forthin barmherzig sein.

3. Er krönet dich mit Gnad und mildem Segen,
will deinen Mund mit reicher Fülle pflegen,
er machet dich von seinen Gütern satt,
daß du mit Lust darüber dich erfreuest
und dein Kraft gleich Adlern gar verneuest,
weil er mit Heil dich überschüttet hat.

4. Der Herr läßt Recht denselben widerfahren,
die vor bedrängt und unterdrücket waren;
er hat sein Tun dem Mose kund getan
und seine Recht Israel wissen lassen;
er ist voll Güt und will nicht immer hassen
noch ewiglich mit Grimm uns sehen an.

5. Der Herr ist fromm, barmherzig und sanftmütig,
voll Gnad und Gunst, geduldig, treu und gütig,
er handelt nicht mit uns nach unsrer Schuld,
vergilt auch nicht nach unsern schweren Sünden.
So weit die Höh des Himmels ist zu finden
hier von der Erd, so weit reicht seine Huld.

6. So weit der Grund sich scheidet von der Festen,
so weit der Ost ablieget von dem Westen,
so weit läßt er die Sünden von uns sein.
Sein Gnadenblick muß über die stets walten,
die ihn mit Furcht für ihren Helfer halten,
und rettet sie aus ihrer Not und Pein.

7. Wie unter uns ein Vaterherz Erbarmen
mit Kindern hat, so tut der Herr uns Armen,
es stehet Gott den Frommen kräftig bei.
Er kennet ja uns dürftigen Erdentöpfe ,
ihm ist bewußt, daß dieses sein Geschöpfe
ein leichter Staub und schwaches Werkzeug sei.

8. Ein Mensch muß stets des Lebens End erwarten,
er ist wie Gras, wie eine Blum im Garten,
die sich sehr schön und lieblich lässet an:
wenn aber nur der Wind darüber fähret,
ist ihre Zier hinweg und so verzehret,
daß man die Stätt auch nicht mehr finden kann.

9. Des Herren Gnad ist aber überschwenglich,
währt für und für und bleibet unvergänglich;
auf Kindeskind wird seine Güt gebracht bei denen,
die den Gottesbund stets üben und
sein Befehl von ganzem Herzen lieben
und sein Gebot zu halten sind bedacht.

10. Es ist sein Stuhl im Himmel zubereitet,
sein Herrschaft ist um diese Welt gebreitet,
sein Reich und Thron umschließt den Erdenkreis.
Ihr Engel lobt, lobt ihn, ihr starken Helden,
die ihr sein Tun und Willen an müßt melden,
lobt unsern Gott und sagt ihm Ruhm und Preis.

11. Lobt unsern Gott, ihr alle seine Scharen,
die ihr ihm dient und hin und her
müßt fahren auf sein Geheiß;
lobt ihn an jedem Ort, an dem er herrscht;
lobt ihn, ihr seine Werke, rühmt seine Kraft,
rühmt seiner allmacht Stärke; lob ihn,
mein Herz, o lob ihn fort und fort.

12. Gott Vater, Sohn und Geist, sei stets gepriesen
für alle Güt, die du an mir erwiesen
von Kindheit an bis jetzt auf diese Zeit.
Herr, steh mir bei, laß deine Gnad sich mehren,
so will ich drum dir danken und dich ehren
auf Erden hier und dort in Ewigkeit.


(Lied, Autor: Johann Franck (1618 - 1677))