Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 19.06.2024
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Unser Heiland steht gebunden

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Und Hannas sandte ihn gebunden zu dem Hohenpriester Kaiphas.

Joh. 18,24 (Luther 1912)


1. Unser Heiland steht gebunden,
voller Striemen, voller Blut,
und fühlt so viel neue Wunden,
als der Kriegsknecht Streiche tut.
Seht, was Seine Liebe kann!
Und wir denken kaum daran,
dass Er wegen unsrer Schulden
dieses alles muss erdulden.

2. Da die Welt in Seide pranget,
steht ihr König nackt und bloß;
da Er anders nichts verlanget,
als uns in des Vaters Schoß
der mal einst zu führen ein,
lassen wir von eitlem Schein
lieber, als von Seinen Schlägen
unsern schnöden Sinn bewegen.

3. Lehre mich, o Heil der Armen!
Deiner Streiche hohen Wert,
was dadurch für ein Erbarmen
und für Trost mir widerfährt;
da Dein Blut, das von Dir fließt,
ein bewährter Balsam ist
von dem Gift der Sündenbeulen
mich zu reingen und zu heilen.

4. Willst Du, dass ich mitempfinde,
wie Dich Deine Geisel schmerzt,
wenn mein Herz durch Schuld und Sünde,
Jesu, Deine Gunst verscherzt:
Ach, Herr, so verbirg nur nicht
Dein gnädig Angesicht,
lass von Deiner Strafe Ruten
nicht so sehr die Wunden bluten.

5. Herr, Du littest nicht vergebens.
Wenn ich dann nach Gottes Schluss,
an dem Ende meines Lebens
mit dem Tode ringen muss:
Ach, so zeige Dich nur bald
in der tröstlichen Gestalt,
da vom Scheitel bis zu’n Füßen
des Versöhnbluts Ströme fließen.

6. Was musst Du, mein Heiland, leiden,
welche Schmach und welche Pein!
Doch Du siehst auf jene Freuden
und erduldest Schmach und Pein.
Lass mich auch voll Zuversicht,
wenn dereinst das Herz mir bricht,
meiner Leiden Ausgang schauen;
fest will ich auf Dich vertrauen.


(Lied, Autor: unbekannt)