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christliche-gedichte.de - 12.06.2021
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Die Zunge

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Denn wir fehlen alle mannigfaltig. Wer aber auch in keinem Wort fehlt, der ist ein vollkommener Mann und kann auch den ganzen Leib im Zaum halten....

Jakobus 3,2-12 (Luther 1912)


Die Zunge ist ein kleines Glied
und rühmt sich großer Dinge,
auch wenn man sie nur selten sieht,
kann werden sie zur Schlinge.

Die Worte kommen über sie,
die vorher wohnten tief im Herz,
die Zunge bändigt der Mensch nie,
sie richtet oftmals an viel Schmerz.

Den Pferden legt man in das Maul
ein Zaumzeug zum Gehorsam an,
so lässt sich lenken leicht der Gaul,
die Zunge kein Mensch zügeln kann.

Manch’ großes Schiff auf weitem Meer,
das wird vom starken Wind getrieben,
es segelte nur kreuz und quer,
wenn ohne Ruder es geblieben.

Ein Wald kann durch ein kleines Feuer
entzündet und vernichtet werden,
des Menschen Zunge dient als Steuer,
beeinflusst, wie’s ihm geht auf Erden.

Die Zunge sprüht ein tödlich’ Gift,
wenn Bitterkeit im Herzen wohnt,
verwundend, wie ein Pfeil sie trifft,
kein Mensch wird da von ihr verschont.

Wenn Liebe ganz ein Herz erfüllt,
dann bringt die Zunge gute Frucht,
Wahrheit in Liebe eingehüllt
ist das, wonach der Mensch gesucht.

Bedenke, was die Zunge ausspricht,
hat Macht und kann gar viel bewegen,
d’rum sag nichts Böses, fluche nicht,
benutze sie zum Dank und Segen.


(Gedicht, Autor: Brunhilde Rusch, 2007)


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