Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 02.04.2020
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Daniel am Königshof

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Darius achtet Daniel sehr.
Kein Wunder, dass es sein Begehr,
ihn übers Königreich zu setzen.
Gewiss wird ihn doch jeder schätzen.

Die Fürsten sitzen zu Gericht
bei solcher Wahl. Sie wollen nicht,
dass Daniel höher steht als sie.
Das darf niemals geschehen, nie!

Sie suchen ihn zu Fall zu bringen.
Einmal muss es ja doch gelingen.
Und sie probieren oft mit List,
ob er nicht zu bestechen ist.

Doch Daniel dient zuallererst
Gott, seinem Herrn, und ist als Fürst
in seinem Amt sehr zuverlässig.
Die Feinde sprechen recht gehässig,

wenn er korrekt und weise handelt
und nicht in ihren Wegen wandelt.
Oft sind sie ja einander feind,
jedoch im Hass sind sie vereint.

Sie sinnen weiter, und sie wissen,
den Gottesdienst wird er nicht missen.
So schmieden sie in ihrem Wahn
gemeinsam einen bösen Plan.

Darius soll dem Volk gebieten:
Kein Mensch darf irgendetwas bitten
von einem Gott in dreißig Tagen.
Auch Menschen ist nichts vorzutragen

außer dem König ganz allein.
Das muss ihm eine Ehre sein.
Und sollte jemand trotzdem beten
und das Gebot dreist übertreten,

dem droht der Tod im Löwengraben.
Da wird kein Gott Erbarmen haben.
Dem König tut das Schmeicheln wohl.
Nimmt er die Fürsten nicht ganz voll?

Vielleicht auch kennt der Meder-König
die Feinde Daniels viel zu wenig.
Er unterschreibt auf ihr Geheiß.
Was das bedeutet? Jeder weiß:

Der Meder Recht kann niemand ändern.
Darius kann nichts mehr verhindern.
Sie haben ihn mit List bezwungen.
Der Plan der Feinde ist gelungen.

Als sie ihn drängen, wie besessen,
hat er wohl Daniels Gott vergessen.
Ahnt nicht, dass seine Unterschrift
den treuen Diener Gottes trifft.

Der, als er vom Gebot erfährt,
kniet, betet wie gewohnt und hört
auf das Gebot des höchsten Herrn.
Aus Liebe zu ihm will er gern

ganz offen beten und ihn preisen;
er will vor aller Welt beweisen:
Mich bindet Liebe an den Herrn.
Ihn zu verleugnen, liegt mir fern.

Gewiss kennt Daniel die Gefahren.
Doch glaubt er auch: Gott kann bewahren.
Er weiß, es wird nicht lange dauern,
dann werden Feinde auf ihn lauern.

Bald hören sie ihn flehn und bitten
und seinem Gott das Herz ausschütten.
Sie klagen ihn beim König an,
obwohl er nie Unrecht getan.

Darius stutzt und ist zugleich
verwirrt. Dann wird er kreidebleich.
Von Daniels Feinden angetrieben,
hat er im Leichtsinn unterschrieben.

Dass das Gebot nicht harmlos ist,
begreift er jetzt an ihrer List.
Die Schar der Feinde triumphiert.
Wie sehr Darius sich auch wehrt,

er zerrt vergeblich an den Ketten,
die hindern, Daniel noch zu retten.
Doch müht er sich bis in die Nacht. –
Dann wird Daniel zu ihm gebracht.

War er nicht treu und untertänig?
Erschöpft und traurig sagt der König
es gibt sonst keinen Ausweg mehr –
„Dein Gott, o Daniel, helfe dir!“

(nach Daniel 6)
Fortsetzung siehe: DANIEL IM LÖWENGRABEN


(Gedicht, Autor: Toni Jung (1918 – 2014))


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