Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 17.12.2017
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Du, o schönes Weltgebäude

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1. Du, o schönes Weltgebäude,
magst gefallen, wem du willst;
ist doch deine eitle Freude
stets mit lauter Angst umhüllt.
Denen, die den Himmel hassen,
will ich ihre Weltlust lassen;
mich verlangt nach dir allein,
lieber Herr und Heiland mein!

2. Müde, die der Arbeit Menge
und der heiße Strahl beschwert,
wünschen, daß des Tages Länge
werde durch die Nacht verzehrt,
daß sie nach so vielen Lasten
könnten sanft und süße rasten.
Mein Wunsch ist, bei dir zu sein,
lieber Herr und Heiland mein!

3. Andre mögen durch die Wellen
und durch Wind und Klippen gehn,
ihren Handel zu bestellen,
und da Sturm und Not bestehn;
ich will auf des Glaubens Schwingen
aufwärts in den Himmel dringen,
ewig da bei dir zu sein,
lieber Herr und Heiland mein!

4. Tausendmal pfleg´ ich zu sagen
und noch tausendmal dazu:
Würd´ ich doch ins Grab getragen,
o so käm´ ich ja zur Ruh,
und mein bestes Teil das würde,
frei von dieses Leibes Bürde,
dort im Himmel bei dir sein,
lieber Herr und Heiland mein!

5. Komm, o Tod, des Schlafes Bruder,
komm und führe mich nur fort!
löse meines Schiffleins Ruder,
bringe mich zum sichern Ort!
Mag, wer immer will, dich scheuen,
mich vielmehr kannst du erfreuen,
denn durch dich komm´ich hinein
zu dem lieben Heiland mein.

6. Ach daß ich des Leibes Bande
heute noch verlassen müßt,
käme zum gelobten Lande,
wo das Haus des Friedens ist!
Da wollt´ ich in heilgen Chören
mit den Engeln dich verehren,
rühmen deinen Gnadenschein,
lieber Herr und Heiland mein!

7. Doch weil ich die Friedensauen
und den goldnen Himmelssaal
jetzt nicht kann nach Wünschen schauen,
sondern muß im Tränental
noch im Prüfungskampfe leben,
soll mein Geist sich doch erheben,
unterdessen bei dir sein,
lieber Herr und Heiland mein!


(Lied, Autor: Johann Franck (1618 - 1677))