Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 19.10.2019
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Kommt, laßt euch den Herren lehren

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Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm,...

Matth.5 (Luther 1912)


1. Kommt, laßt euch den Herren lehren,
kommt und lernet allzumal,
welche die sind, die gehören
zu der rechten Christen Zahl,
die bekennen mit dem Mund,
glauben fest von Herzensgrund
und bemühen sich daneben,
gut´s zu tun, so lang sie leben.

2. Selig sind, die Demut haben
und sind allzeit arm im Geist,
rühmen sich gar keiner Gaben,
daß Gott werd allein gepreist,
danken dem auch für und für,
denn das Himmelreich ist ihr.
Gott wird noch zu Ehren setzen,
die sich selbst gering hier schätzen.

3. Selig sind, die Leide tragen,
da sich göttlich Trauren findt,
die bezeufzen und beklagen ihr
und andrer Leute Sünd,
die deshalben traurig gehn,
oft vor Gott mit Tränen stehn.
Diese sollen noch auf Erden
und dann dort getröstet werden.

4. Selig sind die frommen Herzen,
da man Sanftmut spüren kann,
welche Hohn und Trutz verschmerzen,
weichen gerne jedermann,
die nicht suchen eigne Rach
und bestehlen Gott die Sach.
Diese will der Herr so schützen,
daß sie noch das Land besitzen.

5. Selig sind, die sehnlich streben
nach Gerechtigkeit und Treu,
daß an ihrem Tun und Leben
nicht Gewalt noch Unrecht sei,
die da lieben gleich und recht,
sind aufrichtig, fromm und schlecht,
Geiz, Betrug und Unrecht hassen.
Die wird Gott satt werden lassen.

6. Selig sind, die aus Erbarmen
sich annehmen fremder Not,
sind mitleidig mit den Armen,
bitten treulich für sie Gott;
die behilflich sind mit Rat,
auch wo möglich mit der Tat,
werden wieder Hilf empfangen
und Barmherzigkeit erlangen.

7. Selig sind, die funden werden
reines Herzens jederzeit,
die in Werk, Wort und Geberden
lieben Zucht und Heiligkeit.
Diese, welchen nicht gefällt
die unreine Lust der Welt,
sondern sie mit Ernst vermeiden,
werden schauen Gott mit Freuden.

8. Selig sind, die Friede machen
und drauf sehn ohn Unterlaß,
daß man mög in allen Sachen
fliehen Hader, Streit und Haß;
die da stiften Fried und Ruh,
raten allerseits dazu,
sich auch Friedens selbst befleißen,
werden Gottes Kinder heißen.

9. Selig sind, die müssen dulden
Schmach, Verfolgung, Angst und Pein,
da sie es doch nicht verschulden
und gerecht befunden sein.
Ob des Kreuzes gleich ist viel,
setzet Gott doch Maß und Ziel,
und hernach wird er´s belohnen
ewig mit den Ehrenkronen.

10. Herr regier zu allen Zeiten
meinen Wandel hier auf Erd,
daß ich solcher Seligkeiten
auch aus Gnaden fähig werd.
Gib, daß ich mich acht gering,
meine Klag oft vor dich bring,
Sanftmut auch an Feinden übe,
die Gerechtigkeit stets liebe;

11. daß ich Armen helf und diene,
immer hab ein reines Herz,
die in Unfried stehn, versühne,
die anhang in Freud und Schmerz.
Vater, hilf von deinem Thron,
daß ich glaub an deinen Sohn
und durch deines Geistes Stärke
mich befleiße rechter Werke.


(Lied, Autor: Johann Heermann (1585-1647))