Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 05.04.2020
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Komm, Gottes Geist, komm

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Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dem ich nicht genugsam bin, seine Schuhe zu tragen; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

Matth. 3,11 (Luther 1912)


1. Komm, Gottes Geist, komm,
höchster Gast, Herr,
den der Himmel nicht umfaßt,
noch tiefer Kreis der Erde!
Komm, offenbare dich auch mir,
Gott heilger Geist, daß ich in dir
ein Geist mit Christo werde.
Leite heute Geist und Sinnen,
mein Leben,
deiner Liebe nachzustreben.

2. Komm, teures Gut, komm,
höchster Schatz,
komm in mein Herz und mache Platz,
dich gläubig einzunehem.
Ich glaube fest, mein Heil und Licht,
du teurer Tröster wirst dich
nicht der armen Hütte schämen.
eile, heile Herz und Seele
mit dem Öle deiner Gnaden,
mache gut den Sündenschaden.

3. Entzünd in mir die Liebesglut
und mache brünstig Geist und Mut,
du Flamme reiner Liebe!
Laß mich mit dir versiegelt sein,
damit in Not und Todespein
ich steten Glauben übe.
Rühre, führe mein Gemüte,
Gottes Güte zu erkennen,
Christum meine Herrn zu nennen.

4. Erquicke mich, du sanfter Wind,
du Brunn, wo Lebenswasser rinnt,
du süße Freudenquelle,
die allen Durst der Seele stillt
und aus der Gottheit Tiefe quillt
ganz rein und ewig helle.
Fließe, gieße deine Gaben,
mich zu laben,
wenn ich sitze in der Angst
und Seelenhitze.

5. Sei meiner Ohnmacht Kraft und Macht,
mein helles Licht in dunkler Nacht,
mein Weg, wenn ich verführet,
mein Lehrer in Unwissenheit,
mein starker Beistand in dem Streit,
bis mich die Krone zieret.
Schütze, stütze, Herr,
mich Schwachen,
stark zu machen meinen Glauben,
laß mir nichts die Krone rauben!

6. Hilf mir in meiner letzten Not,
versüße mir den bittern Tod!
Wenn Herz und Augen brechen,
so sei du meines Lebens Licht,
laß, wenn die Zunge nichts mehr spricht,
dein Seufzen für mich sprechen!
Laß mich endlich selig scheiden
zu den Freuden aller Frommen!
Ach wann werd ich dahin kommen!


(Lied, Autor: Joh. Ernst Wenigk (1701 - 1745)