Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 29.01.2020
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Lasset uns den Herren preisen

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Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre!

5. Mose 32,3 (Luther 1912)


1. Lasset uns den Herren preisen,
o ihr Christen überall!
Kommet, daß wir Dank erweisen
unserm Gott mit süßem Schall!
Es ist frei von Todesbanden
Simson, der vom Himmel kam,
und der Löw aus Juda Stamm;
Christus Jesus ist erstanden,
nun ist hin der lange Streit.
Freue dich, o Christenheit!

2. Christus selbst hat überwunden
des ergrimmten Todes Macht.
Der in Tüchern lag gebunden,
hat die Schlang jetzt umgebracht;
Satans Reich ist ganz verheeret,
Christus hat es nach der Ruh
ausgetilget und dazu
Belial sein Schloß zerstöret,
daß wir haben frei Geleit.
Freue dich, o Christenheit!

3. Warest du, o Held, gestorben?
Ei, du bleibest unverdorben;
da sich nur der Fels erregt,
Held, da bist du wieder kommen,
hast das Leben und die Macht
aus der schwarzen Gruft gebracht
und des Todes Raub genommen,
schenkt uns nun die Seligkeit.
Freue dich o Christenheit!

4. Tod, wo sind nun deine Waffen?
Hölle, wo ist dein Triumph?
Satan konnte gar nichts schaffen,
seine Pfeile wurden stumpf.
Christus ist sein Gift gewesen,
ja der Hölle Seuch und Pest;
Welt und Sünde liegen fest,
und wir Menschen sind genesen
nur durch seinen tapfern Streit.
Freue dich o Christenheit!

5. Er ist aus der Angst gerissen
und mit Ehren angetan;
wer ist, der sein Leben wissen
und die Läng ausreden kann?
Christus ist der Eckstein worden.
Gott, das ist von dir geschehn,
wie wir jetzt vor Augen sehn;
wir sind aus der Sünder Orden
hingerissen durch den Streit.
Freue dich o Christenheit!

6. Gib , Herr Jesu, deine Gnade,
daß wir stets mit Reue sehn,
wie so groß sei unser Schade,
daß wir dir gleich auferstehn.
Brich hervor in unsern Herzen,
überwinde Sünde, Tod,
Teufel, Welt und Höllennot
dämpf in uns Pein, Angst und Schmerzen
samt der Seele Traurigkeit!
Freue dich o Christenheit!

7. Meinen Leib wird man vergraben,
aber gleichwohl ewig nicht;
bald werd ich das Leben haben,
wenn das letzte Weltgericht
alle Gräber wird aufdecken,
und der Engel Feldgeschrei
zeigen, was vorhanden sei;
dann wird mich mein Gott aufwecken
und beschließen all mein Leid.
Freue dich o Christenheit!

8. Dann so werden meine Glieder,
die jetzt Staub und Asche sein,
unverweslich leben wieder
und erlangen solchen Schein,
dessen gleichen hier auf Erden
nimmermehr zu finden ist.
Ja, mein Leib, Herr Jesu Christ,
soll dem deinen ähnlich werden,
voller Pracht und Herrlichkeit.
Freue dich o Christenheit.


(Lied, Autor: Johann Rist (1607 - 1667))