Christliche Gedichte (z.B. Ostergedichte, Familiengedichte) und Lieder

christliche-gedichte.de - 03.06.2020
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Jenen Tag, den Tag der Wehen

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Denn siehe, es kommt ein Tag, der brennen soll wie ein Ofen; da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der künftige Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und wird ihnen weder Wurzel noch Zweige lassen.

Maleachi 3,19 (Luther 1912)


1. Jenen Tag, den Tag der Wehen,
wird die Welt im Brand vergehen,
wie Prophetenspruch geschehen.

2. Welch Entsetzen vor der Kunde,
daß der Richter kommt zur Stunde,
prüfend alles bis zum Grunde!

3. Die Posaun im Wundertone
sprengt die Gräber jeder Zone,
sammelt alle vor dem Throne.

4. Erd und Tod wird schaun mit Beben
alle Kreatur sich heben,
Antwort vor Gericht zu geben.

5. Und ein Buch wird aufgeschlagen,
drin steht alles eingetragen,
wes die Welt ist anzuklagen.

6. Wenn der Richter also sitzet,
wird, was dunkel war, durchblitzet,
vor der Rache nichts beschützet.

7. Ach wie werd ich Armer stehen,
wen zum Anwalt mir erflehen,
wenn Gerechte schier vergehen?

8. Hehrer König, Herr der Schrecken!
Gnade nur deckt unsre Flecken:
Gnade, Gnade laß mich dekken!

9. Jesu, milder Heiland, siehe,
wie ich Ziel war deiner Mühe,
daß ich jenem Zorn entfliehe.

10. Bist so treu mich suchen gangen,
hast am Kreuz für mich gehangen;
nicht umsonst sei Müh und Bangen!

11. Richter mit der heilgen Waage,
tilge wider mich die Klage
vor dem großen Rachetage!

12. Sieh, ich seufze schuldbeladen,
schamrot über schweren Schaden:
Hör mein Flehen, Gott, in Gnaden!

13. Du, der freisprach einst Marien
und dem Schächer noch verziehen,
hast auch Hoffnung mir verliehen.

14. Mein Gebet gilt nicht so teuer;
aber laß mich, o du Treuer,
nicht vergehn im ewgen Feuer!

15. Zu den Schafen mich geselle;
fern den Bökken und der Hölle
mich zu deiner Rechten stelle!

16. Wenn Verworfne sich entfärben,
hingegeben ins Verderben,
rufe mich zu deinen Erben!

17. Tief im Staub ring ich die Hände;
zum Zerknirschten, Herr, dich wende!
Herr, gedenke mein am Ende!

18. O du Tag, du Tag voll Zähren,
wann vom Staube wieder kehren
zum Gericht die Sünderscharen:
Gott, dann wollst du gnädig fahren!
Frommer Jesu, König du,
gib uns alln die ewge Ruh!
Amen.


(Lied, Autor: Albert Knapp (1798 - 1864))